INSPIRE. Mit Gottes (und Menschen) Hilfe inspirierend sein.

Seit Wochen sind wir dabei, unsere INSPIRE-Räume zu renovieren. Wir haben noch Einiges zu tun, aber wir werden alles schon bis zu unserer offizielle Eröffnung fertig haben. Am 17. Januar, 19.30 Uhr, wollen wir die Eröffnung von INSPIRE (Brühl 49, Chemnitz) feiern!  Da kann man unsere Räume anschauen und unser Vorhaben auf dem Brühl näher kennenlernen. Ich werde auch von meinem Buch “Pilgern auf Irisch” vorlesen und meine Band “Green Island” spielt schöne irische Musik zum Mitmachen :-)Unbenannt-1.indd

Wir freuen uns, dass wir mit dem Sanieren und Renovieren bald ein Ende haben und mit unserem Programm anfangen werden. Immer wieder werde ich gefragt, wie man uns auch finanziell helfen kann. Vielleicht ist es an dieser Stelle hilfreich, darüber zu reden, wie wir unser Projekt finanzieren:

1. Wir spenden selber – jeIMG_5218der in unserem kleinen Team gibt so wie er kann und möchte.

2. Wir halten unsere Kosten so niedrig wie möglich:

– wir müssen keine Gehaltskosten zahlen. Wir sind ehrenamtlich dabei.

– wir haben unsere Inneneinrichtung selber gebaut bzw. Möbelstücke von der Mülldeponie gerettet und kreativ recycelt

– wir haben Partner gefunden, die unsere Vision verstehen und uns helfen, diese Vision zu verwirklichen.

– wir haben einen kleinen Spendenkreis aus Freunden und Sponsoren, die unsere Arbeit unterstützen. Wir haben auch nichts dagegen, wenn dieser Spendenkreis weniger klein wird ;-) Also, melde dich, wenn du unsere Arbeit unterstützen möchtest.

Ich schenke das Autorenhonorar meines Buches zu 100% an u.a. das INSPIRE-Projekt. Wer mein Buch kauft, unterstützt das Projekt! Finde ich toll.

Also….. lies was Gutes und tue was Gutes ;-)

Ich wünsche euch allen einen gesegneten 1. Advent!

Blessings,

Barry

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Herzen berühren. Menschen bewegen. Brühl beleben.

Zu DDR-Zeiten war der Brühl Boulevard in Chemnitz eine schöne Einkaufsmeile. Schon lange aber nicht mehr. Die Geschäfte von damals sind weg, und seit Jahren haben die vielen leerstehenden, umsanierten Häuser dieses Stadtviertel geprägt. Das alles wird aber bald auch Geschichte sein! Wer heute über den Brühl läuft, kann eigentlich nur staunen über die positive Entwicklung. (Ja, natürlich kann man über dies und jenes meckern, aber ich mag es, das Gute zu sehen – es gibt genug Leute, die immer das Schlechte sehen.) Die Stadt Chemnitz und ihre Tochterfirma GGG investiert einen Millionenbetrag jährlich auf den Brühl; viele Häuser werden gerade saniert; neue Geschäfte sind auf den Brühl gezogen, es gibt spannende neue Community-Aktionen und kulturelle Angebote; und immer mehr Menschen verbringen Zeit auf diesem immer schöner werdenden Boulevard!IMG_4390

Meine Frau und ich, zusammen mit einigen anderen ehrenamtlichen Mitstreitern, sind dabei, ein neues Projekt im Brühlviertel zu starten. Unser Projekt heißt INSPIRE. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie (hin)einhauchen, begeistern, anregen, beflügeln, beseelen. Wir wollen uns von Gott inspirieren lassen und durch unsere Präsenz auf dem Brühl unsere Mitmenschen auch ein Stück inspirieren.

Unser Motto lautet: Herzen berühren. Menschen bewegen. Brühl beleben. Wir glauben, wenn das Herz berührt wird, wird der Mensch schneller bereit sein, in Bewegung zu kommen und aktiv werden, um selber seine Umwelt positiv zu beeinflussen. Das ist unsere Hoffnung und unser Gebet für den Brühl. Dafür will auch Team-INSPIRE sich einbringen. Wir sind aber nicht allein. Es sind auch andere Akteure, die ein Herz für den Brühl haben und aktiv an der kreativen Neubelebung dieses Stadtteils mitwirken. Darunter sind ein Graffiti-Künstler, eine Textildesignerin, ein cooler Friseur Salon, ein etabliertes Hotel, ein neues Café und andere engagierte Bürger. Wir sind alle so verschieden, aber sind trotzdem gemeinsam unterwegs, wenn es darum geht,  Community zu bauen und den Brühl zu beleben.

IMG_5215Unsere nächste gemeinsame Aktion findet am 06. Dezember statt. Von 10-22 Uhr wird es ein Kleinkunst und Eventmarkt auf dem Brühl geben… mit Livemusik, Workshops, Gewinnspiele, Mitmachaktionen und ein Markt mit selbst gemachten Produkten von Handwerkern. Mehr Infos hier.  Obwohl INSPIRE noch nicht offiziell geöffnet hat, werden wir unsere (nicht ganz fertige) Räume (Brühl 49) am 06. Dez. für diese Aktion öffnen. Bei uns wird man mit den Kids Laterne basteln (für den Laternenumzug am Abend), oder einfach Kaffee und Kuchen (auf Spendenbasis) genießen können.

Die offizielle Eröffnung von INSPIRE wird erst am 17. Januar 2015 stattfinden (mehr dazu im nächsten Blog), aber wir würden uns freuen, euch am 06. Dezember zu sehen. Hinweis – wir werden erst ab 11 Uhr offen haben!

Blessings,

Barry

P.S. Hast du den Schreibfehler gefunden? Siehe Punkt 2 hier ;-)

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P.P.S. Verteilen auf Facebook, Twitter usw. hilft. Siehe Buttons unten rechts.

 

 

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Wir sind ‘N’

Ich hatte in den letzten Wochen die Gelegenheit, mein Buch, Pilgern auf Irisch, an verschiedeneN OrteN vorzustellen. Bei einigeN BuchlesungeN habe ich meine Bücher für die Leserinnen und Leser signieren dürfen. Wenn ich ein Buch signiere, schreibe ich oft den folgenden Spruch ins Buch: “Gottes Segen auf alleN WegeN!” Den Spruch mag ich einfach und er passt gut zum Thema Pilgern.

Bei den ersteN BücherN, die ich signiert habe, habe ich aber einen Schreibfehler gemacht. Jedem deutschen Muttersprachler wäre es aufgefallen, aber mir nicht. Ich habe geschrieben: “Gottes Segen auf alle deine Wege!” Ich habe das ‘N’ vergessen! (Tja, die Präpositionen mit Dativ waren mir immer ein Dorn im Auge). Mit diesem Rechtschreibfehler habe ich mehrere Bücher signiert, ohne dass jemand mir was gesagt hat bzw. mich korrigiert hat.

Erst als ich neulich im Schwabenland Bücher signiert habe, hat jemand sich getraut und mich wegen meines Rechtschreibfehlers (Genitiv, liebe Leute – nicht vergessen!) angesprochen. Ich habe mich bei dieser Person bedankt, musste aber schmunzeln – aus zwei GründeN. Erstens dachte ich an alle Leute, die einen fehlerhaften Segensspruch in ihrem Buch jetzt haben (Relax – Gott wird trotzdem segnen). Zweitens, fand ich es ironisch, dass unbedingt ein Schwabe mich darauf anspricht, dass das ‘N’ fehlt. Die Schwaben vergessen fast immer das ‘N’!!! Zum

Das arabische 'N'

Das arabische ‘N’

Beispiel:  “saga” = sagen; “Fada” = Faden; “Waga” = Wagen. Guckt mal am besten dieses Video von Harald Schmitt an – es ist lustig, und zeigt deutlich, was ich meine….nämlich dass die Schwaben etwas gegen den Buchstaben ‘N’ haben ;-)

Seit einigeN MonateN benutzen viele den Buchstaben ‘N’ in der arabischen Schrift als Profilbild bei Facebook oder Twitter. Das arabische ‘N’ zeigt Solidarität mit deN verfolgteN ChristeN in Iraq (‘N’ für ‘Nazarener’ – so bezeichnen arabische Muslime Christen). Die Mitglieder der Terroristengruppe IS haben den arabischen Buchstaben ‘N’ an die Haustüren der Christen geschrieben, um sie als ‘Ungläubige’ zu identifizieren. Viele der Christen in StädteN wie Mossul in Iraq sind dadurch ums Leben gekommen. Als Symbol des Widerstands haben arabische Christen – und inzwischen Christen in aller Welt – übrigens auch Muslime! – eine Kampagne gestartet: “Wir sind ‘N'”. Wir sind diejenigen, die wegen unseres Glaubens verfolgt werden.

Weltweit sind Christen die am meisten verfolgte Glaubensgruppierung.

Heute schreibe ich ein grosses ‘N’ überall in diesem Beitrag, wo eine Präposition mit Dativ vorkommt. Aber nicht nur deswegen. Auch weil ich ‘N’ bin. Ich leide mit meinen SchwesterN und BrüderN, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Wir sind ‘N’. #oneworld

 

Blessings,

Barry

P.S. Das Thema Widerstand passt zum Thema der Woche – 25 Jahre Mauerfall. Am Sonntag, 09. November, werde ich einen neuen Beitrag dazu schreiben ….ausnahmsweise auf englisch.

 

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Tue etwas, was dir Angst macht

Freitag ist Halloween. Ja auch wenn der 31. Oktober Reformationstag ist, ist Halloween – dank(?) dem US-amerikanischen Einfluss – wichtiger hier in Deutschland geworden. In Läden, Supermärkten und im Fernsehen sind Geister, Hexen, Vampire und  andere Gruselfiguren überall zu sehen. Offensichtlich mögen wir Menschen es, wenn wir ein wenig Schiss bekommen.

Warum feiert inzwischen jeder Fünfte in Deutschland Halloween? Liegt es hauptsächlich an gutem Marketing? Die Umsätze steigen – Kommerz ist König! Oder hat es schlicht und einfach damit zu tun, dass die Menschen schon wieder einen Grund benötigen, um der Routine ihres Alltags zu entfliehen? Ihr Leben könnte ein bissel mehr Spannung und Fantasie vertragen. Ja, vielleicht sogar Angst!

do scareyLetzte Woche habe ich einen interessanten Zitat gelesen, der zu diesem Thema ganz gut passt. Der Spruch hat mich gleich angesprochen: “Do one thing every day that scares you.” (“Tue etwas jeden Tag, was dir Angst macht.”) Der Spruch hat nichts mit Halloween zu tun. Es geht hier auch nicht um anderen Leuten Angst machen. Nein, ich verstehe den Spruch als Ermutigung bzw. Herausforderung, mein Komfort-Zone zu verlassen und etwas Neues ausprobieren. Es geht für mich ein Stück um das Leben leben. Manchmal brauche ich einfach diesen Schubs. Es ist immer einfacher, auf eine Nummer sicher zu gehen. Nichts riskieren. Nichts anfangen, falls es nicht gelingt. Aber, als der kreative Geist Gottes seinen Atem in unser Leben eingehaucht hat, war es nicht nur damit wir existieren, sondern damit wir auch wirklich leben! (Joh. 10,10) Deswegen möchte ich den Mut haben, immer wieder mein Komfort-Zone zu verlassen, auch wenn es mir manchmal Angst macht. Natürlich will ich mir genau überlegen, warum ich eine bestimmte Sache mache. Das Ziel ist nicht Angsthaben – das wäre wirklich blöd. Nein, ich will schauen wie ich als Mensch wachsen und gedeihen kann. Wo kann ich mehr Gottvertrauen gewinnen? Vielleicht entdecke ich neue Gaben in mir und neue Erkenntnisse über mich? Vielleicht lerne ich dadurch neue Leute kennen oder ich kann neue Erfahrungen sammeln. Bestimmt gibt es dabei auch neuen Stoff für einen Blogeintrag ;-)

Wer von euch möchte mitmachen? Tue etwas, was dir Angst macht. Lebe deine Träume (nicht umgekehrt). Wie könnte das aussehen? Hier einige Beispiele:

– gehe zur Aerobic-Klasse

– schreibe ein Buch

– besuche einen Gottesdienst

– lade jemanden (du weißt, wen ich meine) zum Kaffeetrinken ein

– lerne Gitarre-Spielen

– beginne einen Kurs in der Volkshochschule

– gründe eine Firma

– schwimme gegen den Strom

– sag nein

– sag ja

– sag deinem Partner genau wie du dich fühlst

– spendiere ein Zehntel deines Einkommens an Menschen in Not

– starte eine Nachhilfegruppe für Schüler, die benachteiligt sind

– think outside the box

– hinterfrage die Art und Weise wie wir Kirche gestalten

 

Also, dieses Jahr zu Halloween können wir unseren eigenen persönlichen Reformationstag erleben, in dem wir eine Entscheidung treffen, unser Komfort-Zone zu verlassen. Wollen wir etwas tun, das uns Angst macht? Es muss aber nicht unbedingt jeden Tag sein. Zu viel Schiss ist auch nicht gut ;-)

 

Blessings,

Barry

P.S. Mein Blog abonnieren? Erst mal hier lesen. Dann siehe rechts, um per Email zu abonnieren.

 

 

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Glaube und Kultur

coke nativity

Bild Quelle unbekannt

Als ich von Nordirland nach Deutschland umgezogen bin, war mir fast alles in Deutschland neu und fremd …und spannend.

Ich habe natürlich Deutsch lernen müssen, das war klar. Aber es gehört so viel mehr dazu, wenn es darum geht, in einem neuen Land richtig anzukommen. Die Mentalität, die Traditionen und Sitten, die Denkweise der Menschen, die Geschichte, die Riten, das monetäre System, der Humor, das Liedgut, die Feiertage, Schulanfang, Jugendweihe, die Politik, Wintersportarten, die Autobahn, das Fernsehen, der Gottesdienstablauf, das Gesundheitssystem, das Bier, die Literatur, Schneeschippen, Skifahren, Winterräder, Mülltrennung, links-fahren, Sauna, FKK, Silvester, Hausschuhe, Weltmeister, Wetter und, und, und… Auch wenn ich Bürger des “United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland” bleibe, habe ich mich immer bemüht, mich hier in meiner neuen Heimat, mit ihrer für mich neuen Kultur, anzupassen. Das muss sein, finde ich.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es heutzutage für viele Menschen ‘fremd’ ist, sonntags in die Kirche zu gehen. Vielleicht wurden sie nie christlich erzogen und haben nie einen Bezug zur Kirche gehabt. Oder vielleicht gingen sie als Kind zu Weihnachten in die Kirche, aber das seit Jahren auch nicht mehr. Kirche und Gottesdienstbesuch sind heute für viele nicht (mehr) Teil des Sonntags. Ich denke, wenn jemand, der nicht kirchlich sozialisiert ist, sich entscheidet, in die Kirche zu gehen, ist es fast wie ein Umzug ins Ausland. In vieler Hinsicht ist es, als ob sie ein neues Land besuchen, wo vieles – wenn nicht alles – fremd ist. So wie ich Kirchengemeinden kenne, werden diese neuen Gottesdienstbesucher eine neue und fremde Kultur entdecken. Sie werden herausgefordert, eine neue Sprache zu lernen. Vielleicht auch die Musik und das Liedgut. Die Riten und Traditionen sind auch hier in ‘Kirchenwelt’ anders. Dinge laufen anders ab, als im ‘wirklichen’ Leben. Alles ist Neuland.

Die Frage aber ist: sollte man sich bemühen müssen, sich hier in dieser neuen kirchlichen Glaubenswelt anzupassen? Ein Teil von mir sagt, ‘Ja, klar!’. Ich lebe in Deutschland. Es gibt eine deutsche Kultur, eine deutsche Sprache, eine ‘deutsche’ Lebensweise. Als Gast in diesem Land berücksichtige ich dies alles und passe mich an, so weit ich kann. Und genau so sollen diejenigen es auch tun, die als Gäste ins Neuland des Gottesdienstes kommen. Gewöhn’ dich daran. Anpassen!

Auf der anderen Seite frage ich mich, ob das so richtig ist. Ich meine, im extremsten Fall könnte man den Kirchengemeinden heute eine Art Neu-Kolonialismus vorwerfen. So wie damals die alten Missionare der Kolonien in Afrika nicht nur ihren Glauben, sondern auch ihre Kultur, weitergegeben haben, geben wir (unbewusst / unabsichtlich?) auch unsere Kirchenkultur mit dem Glauben weiter! Wir erwarten, dass Neueinsteiger sich mit unserer Kirchenkultur schnell anfreunden, wenn sie sich bei uns wohl fühlen wollen.

Der christliche Glaube hat sich immer in die Kultur seines Kontextes vor Ort niedergelassen. So wie Gott als Kind in der Krippe in unsere Welt hineingeboren wurde, wird der christliche Glaube immer wieder in die ganz verschiedenen kulturellen Welten der Menschheit hineingeboren. Eine tolle Sache! Es gibt dabei nur ein Problem. Christen stehen immer wieder in der Gefahr, ihren Glauben und die Kultur, in der dieser Glaube gelebt wird, gleich zu stellen. Beide sind wichtig und müssen respektiert werden. Nur von einem davon aber sind Christen berufen weiterzugeben.

Können wir unseren Glauben an unsere Mitmenschen weitergeben, ohne gleich zu erwarten, dass sie auch unsere (kirchliche) Kultur übernehmen müssen? Müssen Neueinsteiger sich anpassen? Wenn ja, wie weit? Und wo ist Kirchenkultur Hindernis zum Glauben?

Spannende Fragen. Was denkt ihr?

 

Blessings,

Barry

P.S. Hier bin ich ‘On Tour’ mit Lesungen aus meinem Buch. Herzliche Einladung!

 

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Tolle Antworten. Falsche Fragen?

Ich habe nur eine meiner schriftlichen Prüfungen im theologischen Seminar nicht bestanden. Es war im ersten Jahr meines Studiums und das Fach war Kirchengeschichte, genauer gesagt, die Gesichte der Frühkirche. Es waren nur 3 Fragen bei der Prüfung und als ich sie gelesen habe, habe ich mich besonders über Frage Nummer 1 gefreut. Es handelte sich um die Verfolgung der Christen im 1. Jahrhundert, und da kannte ich mich aus.IMG_4643Perfekt – dachte ich.

Bei meiner Vorbereitungen für diese schriftliche Prüfung habe ich viel Zeit in dieses Thema investiert. Ich hatte geahnt, dass es kommen würde und kannte mich mit allen Verfolgungen sogar der ersten drei Jahrhunderten der Kirchengeschichte bestens aus. Ich werde diese Prüfung mit links bestehen – dachte ich. Ich fing an, Frage Nr. 1 zu antworten. Ich habe alles aufgeschrieben, was mir einfiel, aber – und es ist ein entscheidendes ‘aber’ – ich habe vergessen, mich nur auf die Verfolgungen des ersten Jahrhunderts zu beschränken. Ich war so fleißig am Schreiben, dass ich sehr viel über die Verfolgungen des 2. und 3. Jahrhunderts berichtet habe. Alles schön und gut, aber ich habe die richtige Frage nicht geantwortet! Mein Lehrer wollte nichts über die Verfolgungen des 2. und 3. Jahrhunderts wissen. Ich habe fälschlicherweise eine völlig andere Frage geantwortet. Ich glaube ich habe eine gute Antwort geschrieben…. nur …eine gute Antwort auf eine andere Frage!

In einem Vortrag bei TEDGlobal 2014 hat Alejandro Aravena gesagt: “You need to find the right question. There is nothing worse than answering the wrong question well.” (Man muss die richtige Frage finden. Nichts ist schlimmer, als eine tolle Antwort auf die falsche Frage zu geben.)

Nicht nur bei einer schriftlichen Prüfung wahr, sondern im ganzen Leben.

Hast du die richtige Frage im Leben gefunden? Hat deine Kirchengemeinde die richtige Frage gefunden? Wie viel Zeit verschwenden wir mit ‘falschen’ Fragen? Wie oft sind wir so beschäftigt, eine ‘tolle’ Antwort zu schreiben, dass wir gar nicht merken, dass wir die eigentlichen Fragen nicht beantworten? Und wie viele Menschen haben sich ihr ganzes Leben lang mit den falschen Fragen beschäftigt? Tolle Antworten, aber die falschen Fragen. Leider.

Also, setz’ dich hin, und nimm dir Zeit, deine Frage zu finden.

P.S. Blog abonnieren? Siehe rechts.

 

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