Hier sind die Haupt-Pilgerstätte und einige andere Orte, die ich besucht habe, als ich auf den Spuren von St. Columban war. Die Pilgerreise begann für mich in Chemnitz – die Stadt hat nichts direkt mit Columban zu tun – ich lebe dort. Ich bin aber in der Nähe von Bangor in Nordirland aufgewachsen. Vom 6.-9. Jahrhundert war Bangor eines des wichtigsten Zentrums der Christenheit überhaupt. Pilger sind sogar von weit entfernten Länder wie Ägypten nach Bangor gereist, um unter den keltischen Gelehrten zu studieren.
Von Bangor aus gingen St. Columban und seine 12 Jünger, nach Frankreich, Deutschland, Österreich, in die Schweiz und nach Italian. Circa 1400 Jahre später bin ich auf die Spuren meiner Landesmänner gegangen. Ein Roadtrip, eine Abenteuer, mit vielen tollen Erlebnissen und inspirierenden Augenblicken.
Von Bangor bin ich nach Rosslare mit dem Bus gefahren, um Mehr lesen →
Am Samstagabend haben meine Frau und ich eine Party bei uns in der Wohnung gehalten. Wir haben Nachbarn und Freunde eingeladen, mit uns zu feiern. Und was genau wollten wir feiern? Einiges! Wir wollten als Erstes unsere Silberhochzeit feiern. (Wir kennen uns schon seitdem wir 5 Jahre alt sind und Schüler in derselben 1. Klasse in Greenisland waren, aber verheiratet sind wir nur 25 Jahre.) Auch wenn wir uns als Ehepaar ab und zu mal verrückt machen (wer mich kennt…), bin ich so unglaublich dankbar für die Liebe meiner Frau. I got Love!
Die Party war auch eine Art Abschiedsparty / Danksagung für unsere Tochter. Ich bin sehr stolz auf sie und bin Gott dankbar, Mehr lesen →
Als Pilger geht man oft auf neue Wege, unbekannte Wege. Als ich auf den Spuren von St. Columban war, war mir Einiges neu. Als nordirischer Protestant waren katholische Heiligen wie Columban für mich ein Novum. Neu war auch, dass ich als Backpacker und Hitchhiker durch Europa gepilgert bin. Als Studenten haben meine Frau und ich mit dem Zug InterRail durch Europa gemacht – übrigens auch 2 Tage lang allein von Tomaten und Wasser vom Brunnen im Vatikan überlebt, weil wir kein Geld hatten. Aber ich bin nie per Anhalter durch Europa gefahren… ohne zu wissen, ob und wie man weiterkommt und wo man am Abend überhaupt schlafen wird. Alles für mich Neuland.
In meinem heutigen Leben als Pilger spüre ich, wie Mehr lesen →
Ich hatte nicht vor, ein Buch über Pilgern zu schreiben. Ich hatte vor, meine Sabbatzeit in Ruhe zu genießen. Ich hatte vor, zu lesen, zu faulenzen, zu beten, zu reisen, und mich ein bissel mit der Spiritualität der alten Kelten zu beschäftigen. Ich war froh, dass meine Kirche mich eine Auszeit (Sabbatical) erlaubt hat, und ich hatte vor, diese Zeit zum Auftanken und Regenerieren zu nutzen. Ein Buch schreiben? So etwas hatte ich gar nicht vor!
Pilgern auf Irisch
Als Teil der Sabbatzeit habe ich eine Reise geplant – eine Art Pilgerreise, das heißt, eine Reise auf dem Weg des keltischen Mönches Sankt Columban, der im Jahr 590 mit 12 Jüngern von Bangor in Irland nach Bobbio in Italien gewandert ist. Unterwegs haben sie einflussreiche Klöster in Frankreich, am Bodenseeraum und in Italian gegründet.
“Na und?” gähnst du, “Klingt nicht so spannend. Lieber Barry, ich habe Konfirmanden-Unterricht gerade so überlebt und ich bin heute froh, wenn ich eine ganze Episode von Pfarrer Braun schaffe!” Ich verstehe. Glaub mir, ich verstehe. Ich meine, was könnte an die Reisegeschichte einiger irischen Geistlichen aus dem Frühmittelalter so interessant sein?!
Alles!
Na gut, nicht alles, aber vieles. Echt. Die Geschichte meiner Landsmänner aus dem 6. Jahrhundert hat mich umgehauen. Mir war nicht bewusst, wie sehr diese paar Mönche das Gesicht von Europa bis heute geprägt haben. Ich hatte auch völlig unterschätzt, wie viele interessante, verrückte, und lustige Begegnungen ich selber auf meiner Reise durch Europa (per Anhalter!) haben würde. Diese Geschichte, dachte ich, ist einfach zu gut, um nicht erzählt zu werden. Also habe ich mich selber überrascht und ein Buch darüber geschrieben. “Pilgern auf Irisch” kommt nächste Woche auf den Markt.
Mein Autorenhonorar kommt sozialen Projekten meiner Kirche zu Gute. Nur deswegen hoffe ich, dass die 1. Auflage schneller als Miley Cyrus Konzert-Tickets verkauft wird 😉
Beim Besuch des heutigen Gottesdienste ist mir dies wieder bewusst geworden. Ja, ich weiß, ich hätte mich eigentlich auf den Text des Liedes, das wir gerade im Gottesdienst gesungen haben, konzentrieren müssen. Als Pastor rege ich mich immer wieder auf, dass die Leute die Lieder nicht mit ganzem Herzen singen. Aber heute als normalsterbliche Gottesdienstbesucher, unter den ‘Zuschauern’ so zusagen, merke ich, dass das nicht immer so einfach ist. Ich gebe es zu, meine Gedanken sind beim Singen des Liedes abgewandert, nein, gepilgert möchte ich sagen. Sie sind auf Pilgerreise gegangen und – ja, so war es. (Das passt besser, als zu zugeben, dass das Lied mich gelangweilt hat.) Und so wie es bei einer Pilgerreise gehört – ja, auch eine gedankliche Pilgerreise – kamen sie mit neuen Erkenntnissen zurück, nämlich, dass Christen mich nerven.